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OSTERMUNDIGEN

Die Enkelinder gehören zum Alltag von Lucia Müller.
«Ich bin gerne ‚Leaderin‘»

Lucia Müller ist bereits zum zweiten Mal «höchste Ostermundigerin». Das Parlament wählte die SVP-Politikerin einstimmig zu seiner Präsidentin.

Dass sie innerhalb von drei Jahren zweimal den GGR präsidieren würde, hätte Lucia Müller wohl kaum gedacht. Eigentlich wäre die Reihe 2013 an Markus Truog gewesen. Besondere Vorkommnisse zwangen den damaligen SVP-Präsidenten jedoch dazu, im vergangenen Frühling all seine Ämter nieder zu legen. Mit Lucia Müller stand der Partei zum Glück eine erfahrene Politikerin zur Verfügung, die das SVP-Präsidium übernahm und sich zudem bereit erklärte, dem Parlament ein weiteres Mal vorzustehen.

Etwas Besonderes
Was bedeutet dieses Amt der 56-jährigen gebürtigen Appenzellerin? Ist es eine Ehre, eine Freude oder doch eher eine Pflicht? Wohl von allem etwas, findet Müller. «Eine Pflicht, weil niemand anders einspringen konnte. Eine Ehre, weil das GGR-Präsidium für mich etwas Besonderes ist, erst recht, wenn man zweimal die Chance dazu erhält. Und eine Freude, weil mich solche Aufgaben herausfordern und ich gerne den ‚Lead‘ übernehme.»

Offen und versöhnlich
Lucia Müller denkt mit positiven Gefühlen an ihr erstes Präsidialjahr zurück. Sie habe schon damals die Sitzungen immer gut vorbereitet, «und daran werde ich auch jetzt nichts ändern». Auch der von ihr ins Leben gerufene runde Tisch der Fraktionspräsidenten bestehe immer noch, freut sich die SVP-Parlamentarierin. In neuer Zusammensetzung präsentiert sich hingegen der GGR, was der Präsidentin jedoch keine Mühe bereitet. «Wichtig ist, dass wir offen und versöhnlich diskutieren und gemeinsam nach Lösungen suchen.» Das erwarte sie von jedem Ratsmitglied, betont Müller, unabhängig von dessen Parteizugehörigkeit.

Wichtige Freibad-Sanierung
An Diskussionsstoff wird es dem Parlament kaum fehlen, stehen doch grosse Geschäfte wie die kostspielige Sanierung des Freibades, die Überbauungsordnung Bären-Areal sowie die Zukunft des «Tell» auf der Traktandenliste 2013. Vor allem das Freibad liegt Lucia Müller sehr am Herzen. «Es ist für unsere Gemeinde ein wichtiger Standortfaktor, den es unbedingt zu erhalten gilt.» Sie hoffe deshalb, dass der notwendige Kredit – trotz des Millionenbetrages – bewilligt werde.

Ein Tulpenmeer
Einen besonderen Namen hat sich Lucia Müller nicht nur als GGR-Präsidentin, sondern auch als Initiantin des Projekts «Ostermundigen blüht» gemacht. Dank ihres Engagements zog sich im Frühling 2011 ein leuchtend rotes Tulpenmeer entlang der Bernstrasse durch das Dorf. Die dreifache Mutter ist überzeugt von der Nachhaltigkeit ihrer Aktion. «Sie hat den Leuten Mut gemacht, aktiv zur Verschönerung ihres Wohnortes beizutragen.» Noch heute erhält die kreative Politikerin positive Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich jeden Frühling an der Blütenpracht erfreuen.

Keine Langeweile
Doch Lucia Müller wäre nicht Lucia Müller, wenn sie sich auf diesen Lorbeeren ausruhen würde. Nach ihrer Beurteilung besitzt das Projekt durchaus Erweiterungspotential. «Warum nicht etwas Analoges für den Sommer und Herbst kreieren oder gar einen Wettbewerb rund um die schönsten Hausfassaden lancieren?» Sie bleibe jedenfalls am Ball, verspricht die engagierte Politikerin, welche – laut eigenen Aussagen – auch ganz gut ohne Politik leben könnte. «Mir ist es so oder so nie langweilig.»

Steckbrief
Name:             Lucia Müller-Ulmann
Alter:             56
Familie:           verheiratet, 3 Kinder, 2 Enkelkinder
Beruf:             Lehrerin
Partei:             SVP
Politische Ämter:    Mitglied GGR, Schulkommission, Sozialkommission
Hobbys:           kreatives Gestalten, Musik, Kochen

 Mit ihrer Tulpen-Aktion erntete Lucia Müller viel Applaus.