
Die Schulanlage Flugbrunnenstrasse muss saniert werden
Kommen für Bolligen jetzt die «mageren» Jahre?In Bolligen stehen die Anzeichen betreffend Finanzen auf Umbruch. So weist die Rechnung 2009 mit einem Defizit von 1,25 Millionen Franken ein schlechtes Ergebnis aus. Eher düster präsentieren sich auch die Prognosen für die kommenden Jahre. Für 2011 scheint eine Steuererhöhung noch kein Thema, mittelfristig aber schon.
eps. Die Rechnung 2009 sei nicht überaus erfreulich, so die Einschätzung von Gemeinderat Peter Pfenninger. Und die Zahlen geben dem Finanzvorsteher recht. Anstatt des budgetierten Aufwandüberschusses von 210’200 Franken resultierte ein Defizit, welches um mehr als eine Million höher ausfiel. Um diesen Betrag reduziert sich auch das Eigenkapital, welches nun 4,2 Mio. Franken beträgt, was rund vier Steuerzehnteln entspricht.
Zu optimistisch
Die grösste Abweichung gegenüber dem Voranschlag liegt im Steuerbereich . «Unsere Prognosen waren zu optimistisch, bei den natürlichen wie auch bei den juristischen Personen», erklärt dazu Maja Burgherr. Als Grund für den Minderertrag von 937’000 Franken nennt Bolligens Finanzverwalterin hohe Taxaktionskorrekturen aus Vorjahren – aufgrund der definitiven Veranlagung durch die Steuerbehörde –, welche nun die Rechnung 2009 belasteten. Durch Rückstellungen konnte zumindest ein Teil dieser Steuerausfälle (500’000 Franken) aufgefangen werden.
Weitere Steuerausfälle
Wenig zuversichtlich blickt Peter Pfenninger in die Zukunft. Er befürchtet, Bolligens Finanzlage könnte sich noch verschärfen, und zwar aus folgenden Gründen: Erstens werde eine weitere kantonale Steuergesetzrevision ab 2011 zu Steuerausfällen führen. Zweitens würden die wirtschaftlichen Folgen des Krisenjahres 2008 sichtbar und drittens seien die Auswirkungen der Optimierung des Finanz- und Lastenausgleichs ab 2012 noch unklar.
Steuererhöhung
Nicht zufrieden zeigt sich der Finanzvorsteher auch mit dem aktuellen Stand der langfristigen Schulden, welche man laut Legislaturziel auf einem Stand von 10 Millionen Franken halten wollte. Inzwischen sind sie jedoch bereits auf 14 Millionen Franken angestiegen. Trotzdem denkt Pfenninger beim Voranschlag für das kommende Jahr noch nicht unbedingt an eine allfällige Steuererhöhung. «Längerfristig könnte diese aber zu einem Thema werden», so die Prognose des FDP-Politikers.
Schulanlage Flugbrunnenstrasse Sanierung oder Neubau?
Eigentlich hätte die Gemeindeversammlung bereits im Juni über die Gesamtsanierung der Schulanlage Flugbrunnenstrasse abstimmen sollen. Dieser Entscheid wird nun um ein halbes Jahr vertagt. Der Grund: Aus der Gemeindeversammlung vom November 09 wurde angeregt, ob allenfalls ein Neubau im Lutertal nicht günstiger zu stehen käme. Dementsprechend gab der Gemeinderat eine Studie in Auftrag, um die Angelegenheit zu prüfen. Über das Ergebnis will man die Bevölkerung am 8. Juni informieren.
Das Projekt Gesamtsanierung sieht in einer ersten Etappe die Erneuerung von Turnhalle und Singsaal vor. Saniert werden müsste auch der Trakt zwischen altem Schulhaus und Turnhalle. Der Anbau Ost hingegen könnte abgerissen werden, da aufgrund gesunkener Schülerzahlen weniger Klassenzimmer benötigt werden. Das alte, unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde bereits zu einem früheren Zeitpunkt einer Renovation unterzogen. Voraussichtliche Kosten für die Totalsanierung: 10 Millionen Franken.
Vechigen: GV vom 3. Juni
Gemeindepräsidium als Halbamt
Heute entscheidet Vechigens Gemeindeversammlung unter anderem über die Neufassung des Organisations- sowie des Entschädigungsreglements. Die wichtigste Änderung: Der Gemeindepräsident/die Gemeindepräsidentin wird ab 2011 mit einem Pensum von 50 Prozent von der Gemeinde angestellt. Die Entschädigung dafür beträgt rund Fr. 65’000.–. Im Weiteren sollen auch Exekutivmitglieder für ihre Arbeit besser entlöhnt werden. So erhalten sie neu jährlich 15’000 Franken (bisher 10’000 Franken).
An der heutigen GV wird den Stimmberechtigten ausserdem die Rechnung 2009 zur Genehmigung vorgelegt. Diese schliesst mit einem Ertrag von 290’000 Franken positiv ab. Der Voranschlag rechnete mit einem Aufwandüberschuss von 306’000 Franken. Zwei Gründe für die Besserstellung: Zum einen wurden nicht alle budgetierten Investitionen ausgeführt. Zum anderen fielen die Steuererträge natürlicher Personen höher aus als erwartet.