Ostermundigen

Bruno Hari zeigt den Schülern mit welchem Material die Fassade isoliert wird
Energie sparen: Ein Thema auch für den SchulunterrichtZur Zeit wird die Turnhalle der Schule Dennigkofen saniert. Eine gute Gelegenheit für Sekundarlehrer Jürg Brechbühl, das Thema «Minergie» anschaulich in den Unterricht einzubauen. Zum eigentlichen Erlebnis für die Neuntklässler wurde die Besichtigung der Baustelle, vom Keller – über das Baugerüst – bis aufs Dach.
eps. Einzelne Schülerinnen und Schüler fühlten sich erleichtert, als sie endlich oben auf dem Turnhallendach standen. Der Aufstieg auf dem leicht wackeligen Gerüst war zwar nicht gefährlich, für Nicht-Schwindelfreie aber trotzdem eine Herausforderung. Belohnt wurden Lehrer Brechbühl und seine Neuntklässler mit einer wunderbaren Rundsicht. An dieser Stelle auf dem Dach würden demnächst Sonnenkollektoren für die Energiegewinnung installiert, erklärt Bruno Hari von der Minergie-Zertifizierungsstelle des Kantons Bern.
Wohnqualität dank Minergie
Der Energie- und Umweltingenieur hatte die Jugendlichen bereits im Schulzimmer für das Thema Energiesparen sensibilisiert. In Form eines Quiz versuchte er, ihnen auf verständliche Art Informationen über unseren Stromverbrauch, über Minergie und über erneuerbare Energien weiter zu geben. So erfuhren sie beispielsweise, dass knapp die Hälfte der Energie in der Schweiz fürs Heizen ver(sch)wendet wird. Und sie erlebten hautnah, wie schnell der Grenzwert an Kohlendioxid in der Luft in einem Raum wie dem Klassenzimmer bei geschlossenen Fenstern erreicht wird. In Minergiehäusern, so Hari, komme deshalb der Komfortlüftung eine wichtige Bedeutung zu. Sie sorge – gemeinsam mit einer guten Isolation und dem Nutzen von erneuerbarer Energie – für hohe Wohnqualität.
Theorie und Praxis
Auf die Theorielektion im Schulhaus folgte die Minergie-Demonstration in der Praxis. Bauleiter Marcel Uetz führte die Schüler bis aufs Dach, zeigte ihnen u.a., wie die Fassade isoliert wird, wie die Sonnenergie genutzt wird und wie die Belüftung des Gebäudes funktioniert. Die Neuntklässler schien das Ganze zu interessieren. Diesen Eindruck hatte auch Jürg Brechbühl. «Ich bin überzeugt, dass etwas vom Erlebten, Gehörten und Gesehenen haften bleibt.» Ähnlich sieht es Jürg Hebeisen, Abteilungsleiter Hochbau. «Wir wollen bei den Jugendlichen das Interesse für das Thema Energie wecken in der Hoffnung, dass sie das erworbene Wissen heimtragen.» Kinder hätten einen grossen Einfluss auf das Konsumverhalten der Eltern, glaubt Hebeisen. Und diesen Umstand wolle man nutzen, auch wenn sich frühestens in fünf bis zehn Jahren zeige, ob solche Aktionen auch wirklich nachhaltig seien.
Energiekonzept
Wie der Chef Hochbau weiter ausführt, verfügt die Energiestadt Ostermundigen über ein entsprechendes Energiekonzept, welches noch bis 2012 läuft. Ziel sei es, bis zu diesem Zeitpunkt die vom Gemeinderat beschlossenen Massnahmen aus den Bereichen Information, Mobilität, Isolation und Wärmedämmung umzusetzen. Mit der Realisierung wurden – mangels gemeindeeigener Ressourcen – auch zwei externe Büros beauftragt. So übernahm beispielsweise die Energie- und Umweltberatungsfirma E plus U die Aufgabe, die Schulen für das Thema Minergie zu begeistern und den entsprechenden Unterricht durch eine Fachperson zu organisieren.